Barfüsserkirche, Hotz (nach 1832)

Kleine Hefte, als Reiseführer im Taschenformat gedacht, sollten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Einheimischen und Besuchern die Sehenswürdigkeiten der Stadt näherbringen. Die wenigen Abbildungen konzentrierten sich auf die wichtigsten Bauten, zu denen die Barfüsserkirche damals offenbar zählte:

Man beachte das Storchennest anstelle des Dachreiters/Glockentürmchens.

 

 

Hotz, Rudolf, Basel. Eine Schilderung für Einheimische und Fremde, Basel, nach 1882, 88 S., Bild der Barfüsserkirche S. 37 (Breite des Originalbildes 8,9cm).

Mehr zur Barfüsserkirche: 
Fehlmann, Marc / Hofmeier, Thomas, Die Barfüsserkirche, in: Baumann & Cie, Banquiers (ed.), Basler Kostbarkeiten 39, Basel 2018; 60 S., 37 meist farbige Abbildungen, grosse Falttafel mit Plänen und Zeitstrahl.
Käuflich im Historischen Museum für 6.– CHF.

Barfüsserkirche als Kaufhaus, Streuber 1854

Obwohl nicht alles stimmt, was Streuber in seinem Reiseführer zur Stadt Basel 1854 über die Barfüsserkirche sagt, ist es doch ein spannendes Zeugnis: 

S. 303

«Eine Kirche, die gegenwärtig nicht mehr zum Gottesdienste  benutzt wird, die aber künstlerisch sehr merkwürdig ist, ist die Franziskaner- oder Barfüßser-Kirche. Die Anhänger des H. Franz von Assisi siedelten sich, wie oben erzählt, im Jahr 1234 in Basel an; aber erst zu Ende des dreizehnten Jahrhunderts oder in den ersten Jahrzehnten des vierzehnten ist wohl der äußere Bau des Klosters und der Kirche vollendet gewesen. Beim Erdbeben 1356 ist das Schiff ohne Zweifel großentheils zusammengestürzt; vom Chor ist vermuthlich mehr stehen geblieben. Die gegen den Barfüßerplatz schauende Vorderseite zeigt zwischen zwei stark hervorspringenden Strebepfeilern eine durch einen reich gegliederten Pfeiler in zwei Theile in zwei Theile getheilte, mit Spitzbogen überwölbte Eingangspforte und über derselben ein hohes schön gebildetes Fenster. Der obere durch drei starke Bogenlinien begränzte Theil desselben zeigt eine Rose, deren Gliederung drei länglicht gebogene und drei durch das Dreieck gebildete Grundformen hat, welche sämmtlich in dem Mittelpunkt der Hauptform zusammenlaufen.  Diese Rose ist getragen von drei Haupt-

S. 304

feltdern des unteren Fensters, deren jede sich wieder in zwei Theile theilt. Die Kirche ist in der Basilikenform in große ehrfurchtgebietenden Verhältnissen (selbst größern als das Münster) gebaut. An das 32’ 7’’ breite Mittelschiff lehnen sich die beiden um einige Fuß  schmälern ebenen Seitenschiffe an, die früher nur 16’ und einige Zoll gemessen zu haben scheinen. Die Totallänge der Kirche mit dem Chor ist 274’. Das Chor ist 95’ lang und 81’ hoch; daher galt es auch für das höchste aller Franziskaner-Kirchen am Rheinstrom. Es erhebt sich in herrlichen Verhältnissen deutscher Baukusnt. Der Abschluß des Chores ist nach dem Achteck gebildet und hat einen dreiseitigen Schluß. Seine vornehmste Zierde sind 13 in hochstrebendem Spitzbogenstil gebildete Fenster, welche ein reiches Licht in die sonst dudnke Kirche werfen. Unter den architektonischen Zierden, welche im Besondern das Bauwark schmücken, sind vor allem die Fensterrosen bemerkenswerth. Dem Hauptfenster der Westseite entspricht in der Tiefe des Chors ein Fenster, das noch besondres woh erhalten ist; seine drei fünfblätterigen Rosen sind sehr schön ausgearbeitet. Die Kirche war früher mit Grabdenkmälern, Frescomalereien, von denen noch Reste vorhandne sind, und Bildwerken reichlich geschmückt, und das große Dach prangte ehemals im Glanze glasierter Ziegel. Zwischen der Kirche, der Stadtmauer mit dem Eselthurme und dem Barfüsserplatze dehnten sich die wei-||tein Räume der Klostergebäude aus. An die Südseite der Kirche neben der Sakristei lehte sich der Kreuzgang an, in einem Viereck gebaut, ringsum mit Hallen, die vom offenen Hofe durch eine Reihe von 80 Spitzbogen getrennt waren; über diesen erhoben sich auf drei Seiten Zellen. Nach Einführung der Reformation (als Anhänger  derselben wird Pellikan, Guardian des Klosters, ehrenvoll genannt» diente die Kirche noch zwei Jahrhunderte dem evangelischene Gottesdienste. Aber gegen Ende des vorhigen Jahrhunderts nahm das Kaufhauzs von ihr Besitz, nachdem das Chor schon längst zu solchen Zwecken verwendet worden war. 1845 wurde dann die Kirche vollends zum Lagerhaus eingerichtet und dem Kaufhaus incorporirt, was mit möglichster Schonung der Architektur des vielsagenden Bauwerks geschehen ist.» 

S. 356

«Daß die Barfüßerkirche dem Kaufhause |357| nun als Lagerhaus dient, ist schon gemeldet worden. Nachdem das eidgenössische Zollgesetz festgesetzt hatte, daß mit dem Eintritt der neuen schweizerischen Zölle alle obligatorischen Kaufhausgebühren aufgehoben seien, hörte auch seit 1850 das Basler Kaufhaus auf, eine obligatorische Anstalt zu sein, wurde aber als freiwillige vom Staat besorgte und beauftragte Anstalt neu organisirt und vermochte, trotz einer Herabsetzung der Gebühren, die Concurrenz auszuhalten, da es fast ausschließlich vom Handelsstande benutzt wird. »

S. 357: Das Bild ist im Original ca. 7cm breit:

 

 

 

 

 

 

Mehr zur Barfüsserkirche: 
Fehlmann, Marc / Hofmeier, Thomas, Die Barfüsserkirche, in: Baumann & Cie, Banquiers (ed.), Basler Kostbarkeiten 39, Basel 2018; 60 S., 37 meist farbige Abbildungen, grosse Falttafel mit Plänen und Zeitstrahl.
Käuflich im Historischen Museum für 6.– CHF.

Spalentor 1841

Das Spalentor auf der Rückseite des Umschlags von L. A. Burckhardts Stadtbeschreibung von 1841. Auffällig sind die Dächer auf den beiden seitlichen Türmen.

L. A. Burckhardt: Der Kanton Basel, historisch, geographisch, statistisch geschildert, 1841. Spalentor.

 

 

Rückseite von: 
Ludwig August Burckhardt, Der Kanton Basel, historisch, geographisch, statistisch geschildert. Beschreibung seiner Lage, natürlichen Beschaffenheit, seiner Bewohner, politischen und kirchlichen Verhältnisse und Ortschaften. Ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende. Erste Hälfte: Basel-Stadttheil,Historisch-geogrpahisch-statistisches Gemälde der Schweiz. Eilftes Heft. Der Kanton Basel, St. Gallen, Bern 1841. 

Ein seltener Vogel: Basilisk 1798

Im turbulenten Jahr 1798 hat der Basler Vogel Basilisk sicher einige Federn gelassen. Ob man allerdings den ‹seltenen Vogel› (rara avis) am Schwanz ziehen darf – oder soll – bleibt zweifelhaft. Basiliskenkenner jedenfalls raten von Hautkontakt mit dem giftigen Tierchen dringend ab. Auch der Bebbi an sich wird es kaum begrüssen, wenn sein Haustierchen gequält wird.

 

Die Abbildung stammt aus dem Basler Jahrbuch 1902, S. 107.

Goldene Basilisken auf dem Basler Jahrbuch

Über etliche Jahre bestand der Einband des Basler Jahrbuches aus einem grünen Stoff mit edler Goldprägung. 
Wer genau hinsieht, erkennt zwei Basilisken mit Basler Wappenlschild. 

 

Zwei Basilisken als Schildhalter auf dem Einband des Basler Jahrbuchs (1902). Photo: Alwin Seiler.

Das gezeigte Beispiel stammt vom Band 1902 (Exemplar Historisches Museum Basel).
Für die Aufnahme, auf der man mehr sieht als am Original, danken wir herzlich Alwin Seiler.

Barfüsserkirche vom Kloster zum Museum

Die beiden Pläne aus dem Festbuch zur Gründung des Historischen Museums zeigen zwei Zustände im 19. Jahrhundert.
Wir haben den Plan des Museums aus dem Jahr 1894 kurzerhand in blaue Striche verwandelt und über den älteren Zustand des Klosters gelegt. Auch wenn die beiden Pläne nicht ganz passgenau übereinander zu liegen kommen, wird deutlich wo und was geändert worden ist. Da aktuell gerade wieder am Musiksaal gebaut wird, kann bald eine weitere Ebene beigefügt werden.

Montage aus den zwei Plänen: Festbuch zur Eröffnung des Historischen Museums, Basel 1894 (Verlag E. Reich).

Barfüsserkirche & Umgebung im 19. Jh.

Zur Eröffnung des Historischen Museums Basel 1894 in der Barfüsserkirche erschien ein Festbuch mit zwei Faltplänen. Auf dem einen war das neue Museum in seiner Umgebung zu sehen. Der andere zeigt die Barfüsserkirche und das Barfüsserkloster noch im alten Zustand vor den verschiedenen Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert. 

 

Im Plan ausgewiesen sind: 

Barfüsserkirche & Umgebung zu Anfang des XIX. Jahrhunderts
Massstab 1 : 500.
Lith F. Bruderer Basel.       Cöl. Stadelmann fec. 1894.

[Im Plan] Gerbergasse, Kohlenberg, Barfüsserplatz, Weisse-Gasse, Streitgasse, Freie-Strasse, Spitalgässlein, Luftgässlein, Steinenberg, Stadtgraben, Kasernenplatz, Blömleinkaserne (Steinenkloster), Pfarrhaus St. Elisabeth, Rossmarkt, Birsig, Steg über den Birsig, Wasserthurm, Aeschen-Schwibogen. 

Legenden [im Plan mit Nr.]

1. Zollstüblein.
2. Knabenschulhaus.
3. Comptoir & Spendestube des Almosenschaffners.
4. Oben Wohnung des Spitalpfarrers, unten Maedchenschule.
5. Wohnung des Schaffners.
6. Waschhaus der Schaffnei.
7. Höflein der Schaffnei.
8. Oben Wohnung des Schaffners, unten Almosenwohnungen.
9. Gärtlein der Schaffnei.
10. Schullehrergärtlein.
11. Pfarrgärtlein.
12. Wohnung des Spitalpfarrers.
13.  Eingang ins Almosen.
14. Almosenwohnungen.
15. Oben Wohnung des Schaffners, unten Almosenwohnungen.
16. Hof des Almosens.
17. Spitalgarten.
18. Schilthof.
19. Spital.
20 Barfüsserkirche.

Exemplar aus dem Historischen Museum: Festbuch zur Eröffnung des Historischen Museums, Basel 1894 (Verlag E. Reich).

Barfüsserkirche & Umgebung 1894

Zur Eröffnung des Historischen Museums Basel 1894 in der Barfüsserkirche erschien ein Festbuch, dem zwei grosse Faltpläne beigelegt waren. Der eine zeigt die Barfüsserkirche samt Umgebung im Jahr 1894, der andere dasselbe Motiv aber anfangs 19. Jahrhundert. 

 

Auf dem Plan sind folgende Dinge ausgewiesen: 

Barfüsserkirche & Umgebung 1894.
Massstab 1 : 500.
Lith F. Bruderer Basel.       Cöl. Stadelmann fec. 1894.
Barfüsserkirche (Historisches Museum), Stadtcasino, Musiksaal, Theater Kunsthalle, Bureau & Abwartwohnung des historischen Museums, Schilthof. Barfüssergasse, Barfüsserplatz, Elisabethenstrasse, Freie-Strasse, Gerbergasse, Kaufhausgasse, Klostergasse, Kohlenberg, Steinen-Vorstadt, Steinenberg Tramgeleise, Streitgasse, Theaterstrasse, Weisse-Gasse. 

Plan aus: Festbuch zur Eröffnung des Historischen Museums, Basel 1894 (Verlag E. Reich).

Exemplar: Barfüsserkirche & Umgebung 1894. 1894. Universitätsbibliothek Basel, VB A2:2:36, http://doi.org/10.3931/e-rara-24112 / Public Domain Mark.

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